Keine Frage!

…wenn’s nach mir gehen würde, würden wir auch bei den Proben und während der Aufnahmen geschniegelt in Anzügen spielen und Berni müsste ihr „Lametta“ tragen.

Und ja, ich gebe es zu! Dieser „Etepetete-Tick“ ist zuweilen nervig. Und wenn er in meiner ganz eigenen und typischen Art auf Teufel komm raus auf jeden darnieder hagelt, ist er nicht ganz so einfach zu kompensieren.

Doch Leute – ganz ehrlich! Wir sind BerniKaloe! DAS, DER, DIE BerniKaloe! Unsere Zuhörer, Zuschauer und Sympathisanten erwarten etwas von uns. Wir sind Magdeburgs Antwort auf „Wann gib’s hier denn mal was Neues?“, Sachsen-Anhalts Mantra gegen das „Nichtstehenbleiben“ und Deutschlands letztes weißes Fleckchen Musikerde, das nur noch darauf wartet, entdeckt zu werden – zumindest in meinem Kopf.

Aber lassen wir den Dom in MD. Wir sind eine schnucklige kleine Band, mit dem Herz auf der Zunge und jede Menge Leben im Gepäck.

Es ist Sommer 2015. Das erste Album und wir. Wir und das erste Album – endlich! Session, 30 Grad im Schatten, acht Stunden spielen. Und zwischendurch ein Gläschen Prosecco. Denn wenn schon in Schlabberklamotten, Dreitagebart und völlig durchgeschwitzt, dann wenigstens mit Stil! Da passt es doch ausgezeichnet, den nächsten Beitrag zum Aufnahme-Tagebuch in visueller Form mit euch zu teilen.

Also schnappte ich mir unseren ebenfalls charmanten Gitarristen Steven – mitgehangen, mitgefangen – und ließ uns von unserem Tausendsassa Peter „interview-like“ filmen.

Viel Spaß dabei!

Die Zeit bis es endlich los geht, ist für mich an unserem ersten Aufnahmewochenende in etwa so zäh, wie ein Storck Riesen Bonbon. Ich kaue etwas mühsam darauf herum, und auch wenn der süße Schokoladengeschmack am Ende der Mühe wert sein mag, so  hätte ich doch nichts gegen ein schnell(er)es Aufbau-Ende.

Ich will jetzt sofort die Überdosis Serotonin. Ich mag nicht noch weitere Soundchecks, Mikrofontests, Kopfhöreranpassungen und Standortverschiebungen. Ich will jetzt endlich loslegen! Und während die Jungs die dritte Runde „Zigarettenpause“ einlegen, kaue ich tapfer weitere Toffeebonbons – zumindest metaphorisch.

3 Dinge die ich an diesem WE gelernt habe:

  1. Eine gute Vorbereitung ist mindestens nen Grammy wert.
  2. Der dritte Take ist meistens der beste!
  3. Vorfreude auf die nächste Session ist die schönste Freude!